Schülerlabor für Elektronenmikroskopie am Weinberg Campus

Das 2016 eröffnete Schülerlabor für Elektronenmikroskopie in Halle steht jetzt in neuen Räumlichkeiten für Schülerinnen und Schüler offen, die in Projekten unter fachlicher Anleitung die Welt der kleinsten Dinge erkunden wollen. Verbunden mit dem neuen Standort am Weinberg Campus ist eine Erweiterung der verfügbaren Geräte und eine engere Kooperation mit der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU).

Als erster außerschulischer Lernort für Elektronenmikroskopie in Deutschland war das Schülerlabor 2016 im Technischen Halloren- und Salinemuseum Halle eröffnet worden. Wegen der noch bis 2022/23 andauernden Bauarbeiten an diesem Standort ist nun der Umzug an den Weinberg Campus erfolgt. Die neuen, repräsentativen Räumlichkeiten wurden am 6. Juli 2021 mit einer Abendveranstaltung feierlich eröffnet.

Mit Elektronenmikroskopie sind hochauflösende Abbildungen von Objekten bis auf die Ebene einzelner Atome möglich. Sie ist eine wichtige Methode in den verschiedensten wissenschaftlichen Disziplinen, von Medizin bis zur Werkstoffforschung. Halle ist schon lange eine Hochburg der Elektronenmikroskopie: 1960 gründete Prof. Heinz Bethge in der Saalestadt eine Arbeitsstelle für Elektronenmikroskopie, 1973 entstand daraus das Institut für Festkörperphysik und Elektronenmikroskopie der Akademie der Wissenschaften der DDR.

Mit dem Schülerlabor, das von der Heinz-Bethge-Stiftung für angewandte Elektronenmikroskopie, dem Salinemuseum, der Stadt Halle und dem Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS initiiert wurde, soll diese Tradition fortgeführt werden. »Wir wollen naturwissenschaftlich interessierte Schülerinnen und Schüler an die Techniken der Elektronenmikroskopie heranführen. Bis zur Corona-Zwangspause hatten wir pro Jahr rund 400 Nachwuchsforschende zu Gast, die in etwa 30 Veranstaltungen im Labor selbst mit High-Tech-Mikroskopen arbeiten konnten. Sie sind die Forschenden der Zukunft und können das Labor nun wieder nutzen«, sagt Prof. Goerg Michler, Vorsitzender der Stiftung.

Mit dem Umzug sind weitere Geräte hinzugekommen, zudem soll die Kooperation mit dem Institut für Physik der MLU ausgebaut werden. »Die Kolleginnen und Kollegen an der Universität sind ebenfalls sehr engagiert in der Ausbildung von naturwissenschaftlichem Nachwuchs. Durch die räumliche Nähe können wir nun unsere Kräfte noch besser bündeln und ein noch besseres Angebot bieten«, sagt Michler, der sich für die Unterstützung bei Umzug und Neueröffnung bei den Stiftern der Geräte, der Universität, der Stadt Halle, dem Salinemuseum und dem Fraunhofer IMWS bedankt.

Schülerinnen und Schüler können das Labor im Rahmen von Projekten oder gemeinsamen Programmen mit der MLU nutzen. Auch interessierten Schulen, die jeweils eintägige Projekte absolvieren möchten, steht der außerschulische Lernort offen. Ein entsprechendes Hygienekonzept für Präsenzveranstaltungen liegt vor. Zudem wurden neue, digitale Angebote zur Unterstützung von Schülerinnen und Schülern in MINT-Fächern entwickelt, beispielsweise Videoclips zur Anwendung von Elektronenmikroskopie in der Materialforschung, Biologie und Medizin. Zudem besteht die Möglichkeit, Experimente aus dem Labor per Videostream direkt in Klassenräume zu übertragen.

"Wir freuen uns sehr über den außerschulischen Lernort, der das Spektrum der Angebote für Schülerinnen und Schüler hier am Weinberg Campus neben dem Klimagarten, unserem Periodensystem und natürlich der engagierten Arbeit der Institute und Unternehmen erweitert. Ich hoffe persönlich, dass dieses hochwertige Angebot sehr aktiv von unserem wissenschaftlichen Nachwuchs genutzt wird", so TGZ-Geschäftsführer Dr. Ulf-Marten Schmieder.

Bild (© Heinz-Bethge-Stiftung): In den erweiterten Räumlichkeiten werden Schülerinnen und Schüler an die wissenschaftliche Arbeit herangeführt.

Über die Heinz-Bethge-Stiftung

Die Heinz-Bethge-Stiftung für angewandte Elektronenmikroskopie wurde am 8. Juli 2011 gegründet. Ihr Name geht auf den Initiator und langjährigen Leiter des 1960 gegründeten Instituts für Festkörperphysik und Elektronenmikroskopie der Akademie der Wissenschaften Halle (Saale), Heinz Bethge, zurück. Unter seiner Leitung entwickelte sich das Institut zu einem Zentrum der Elektronenmikroskopie in Deutschland und einer international renommierten Einrichtung der Materialwissenschaften. Nach der deutschen Wiedervereinigung gingen aus diesem Institut das Max-Planck-Institut für Mikrostrukturphysik und das Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik Halle (Saale) hervor.

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