Dr. Ute Bauermeister

Geschäftsführerin GNS – Gesellschaft für nachhaltige Stoffnutzung GmbH

Frau Dr. Bauermeister, können Sie sich und Ihr Unternehmen bitte kurz vorstellen!

Ich bin Verfahrenschemikerin und Gesellschafter-Geschäftsführerin der Gesellschaft für Nachhaltige Stoffnutzung, die 1998 gegründet wurde. Wir sind eine Technologieentwicklungs- und Engineering-Gesellschaft. Wie es der Name es schon sagt, beschäftigen wir uns damit, für Naturstoffe, Reststoffe und Abfälle aller Art nachhaltige Lösungen zur Nutzung, Verwertung und Kreislaufschließung zu finden. Wir haben eigene Verfahren entwickelt und realisiert, z.B. zur Rückgewinnung von Stickstoff und Wertstoffen aus Gärresten von Biogasanlagen. Die übermäßige Düngung mit Gülle und Gärrückständen hat inzwischen in Deutschland zu einer erheblichen Belastung des Grundwassers mit Nitrat geführt. Eine nachhaltige Reduzierung von Emissionen durch geeignete Technologien ist daher dringend geboten.

Das Besondere an unserem Verfahren ist, dass wir ohne Einsatz von Chemikalien den Stickstoff entfernen und in mineralischen Düngern binden. GNS repräsentiert mit einer großtechnischen Praxisanlage eine von fünf ausgewählten Demonstrationsstandorten im EU-Projekt SYSTEMIC, in dem europaweit wegweisende Verfahren zur Rückgewinnung von Nährstoffen aus Gärresten bewertet werden. Darüber hinaus bieten wir wissenschaftliche Studien, Laboranalysen, Engineering und unabhängige Gutachten für Investitionsprojekte mit neuen technischen Verfahren an. Gerade auf letzterem Gebiet sind wir zunehmend gefragt und sehen ein wichtiges Feld für uns.

Welchen gesellschaftlichen Impact sehen Sie für Ihre Produkte und Dienstleistungen?

Unser Fokus ist darauf gerichtet, ressourcenschonende und umweltverträgliche Lösungen für schwierige Aufgaben und „Problemstoffe“ zu schaffen und mit unserer Arbeit dazu beizutragen, dass Wirtschaftlichkeit am Ende auch im Einklang mit Ökologie steht. Dabei nutzen wir das chemisch-verfahrenstechnische Wissen unseres Expertenteams.

Beispielsweise gewinnen wir aus Gärrückständen neben wertvollen Düngestoffen auch hochwertige Pflanzenfasern. Nach der Verarbeitung zu Produkten wie Verpackungen können diese Papier und Plastik ersetzten. Nach Gebrauch sind sie kompostierbar. Damit wird aus Stoffen wie Gras, Stroh und Festmist zunächst Biogas gewonnen, anschließend werden die verbleibenden Lignozellulosefasern aufbereitet und nach Nutzung z. B. als Pflanztopf wieder in die natürlichen Kreisläufe eingebunden. Für die Biogasanlagen werden neue Einkommensquellen geschaffen und Arbeitsplätze im ländlichen Raum erhalten. So profitieren alle.

Welche Vorteile bietet Ihnen der Standort Weinberg Campus?

Der Weinberg Campus ist ein hervorragende Standort gerade für uns als innovative Technologiefirma. Er bietet uns gute Möglichkeiten zur Vernetzung mit anderen Firmen und den wissenschaftliche Instituten. Besonders schätzen wir auch die Möglichkeit der gegenseitigen Nutzung von Leistungen, z. B. auf dem Gebiet Analytik.

Wir freuen uns über Angebote wie das Unternehmerfrühstück, wo sich Firmen auf dem Campus gegenseitig vorstellen. Außerdem können wir die Infrastruktur des Technologieparks nutzen, wie Räume für Tagungen und Geschäftsmeetings.

Was wünschen Sie sich aus Unternehmersicht und aus ganz persönlicher Perspektive für den Weinberg Campus?

Dem vorgesehenen Umbau im TGZ I sehen wir mit großen Erwartungen entgegen. Dadurch werden neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit, Begegnung und eine lang gewünschte Cafeteria geschaffen. Der Weinberg Campus hat bereits eine große Innovationskraft und Ausstrahlung für Halle und die Region Mitteldeutschland. Ich wünsche mir für die Zukunft weitere hervorragende Ideen, um wissenschaftliche, geschäftliche aber auch kulturelle Begegnungen zu schaffen. Wichtig ist auf jeden Fall die Unterstützung der jungen Generation, die eine attraktive Arbeitsumgebung und Raum zur Verwirklichung ihrer Ideen benötigt.

Fällt Ihnen eine Begebenheit ein, die Sie mit dem Weinberg Campus verbinden?

Im Rahmen unseres EU-Projektes hatten wir dieses Jahr die Aufgabe, in Halle das Jahresmeeting auszugestalten, welches u. a. bereits in Mailand stattfand und abschließend in Brüssel stattfinden wird. Da Halle dem Konsortium weitgehend unbekannt war, hatten wir den Anspruch, den 15 Partnern aus sieben EU-Ländern die Bedeutung von Halle als Wissenschafts- und Technologiestandort, vor allem mit dem Weinberg Campus und seiner historischen und kulturellen Dimension erlebbar zu vermitteln. Das ist uns dank der Unterstützung der Stadt Halle (Saale) sehr gut gelungen. Sogar ein Konzertbesuch zu den Händelfestspielen wurde von uns organisiert. Alle Teilnehmer haben uns versichert, dass Halle in ihrer Erinnerung bleiben wird.

GNS – Gesellschaft für Nachhaltige Stoffnutzung mbH
Weinbergweg 23
06120 Halle (Saale)

Telefon: +49 (0) 345 55 83 75 4
E-Mail: info@gns-halle.de
Internet: www.gns-halle.de

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