Dr. Mirko Buchholz und Pierre Tangermann

PerioTrap Pharmaceuticals GmbH

Herr Dr. Buchholz (rechts im Bild) und Herr Tangermann, können Sie sich und Ihr Unternehmen bitte kurz vorstellen!

Pierre Tangermann: Mein Name ist Pierre Tangermann, ich arbeite als Geschäftsführer für die PerioTrap Pharmaceuticals GmbH. Das ist mein Kollege Mirko Buchholz, er ist ebenfalls Geschäftsführer der PerioTrap. Gemeinsam mit unserem Team entwickeln wir selektive Antiinfektiva für die Behandlung von Parodontitis (Zahnfleischentzündung).

Welchen unternehmerischen bzw. gesellschaftlichen Impact sehen Sie für Ihre Produkte?

Dr. Mirko Buchholz: Auf der einen Seite geht es darum bei der Behandlung von Parodontitis herkömmliche Breitbandantibiotika einzusparen, damit diese dann für die Behandlung wirklich schwerer Infektionen noch zur Verfügung stehen. Auf der anderen Seite ist es unser Ziel, mit dem selektiven Ansatz die natürliche Mundflora so wenig wie möglich zu beeinflussen.

Pierre Tangermann: Paradontitis ist ein gesamtgesellschaftliches Problem mit einer Prävalenz von 50 Prozent aller erwachsenen Menschen über 35 Jahren. Davon leiden etwa 10 Prozent an einer schweren Paradontitis. Damit ist die Paradontitis die größte Volkserkrankung im Bereich der Infektionskrankheiten. Momentan hat der Wirkstoffmarkt in dem Bereich ein Volumen von rund 300 Millionen Euro weltweit. Die reinen Behandlungskosten sowie weiterführende Kosten bei Zahnverlust belaufen sich im höheren Milliardenbereich.

Dr. Mirko Buchholz: Um die Krankheit zu behandeln, werden derzeit schon 65 Prozent der Patienten lokale Antibiotika verabreicht. Das heißt, man bekommt als Patient nicht mehr die klassische Pille, sondern eine gezielte lokale Behandlung. Dennoch ist es ein Problem, dass diese Wirkstoffe, die dort appliziert werden, sehr „breit“ wirken. Hinzu kommt die Gefahr einer Wiederansiedlung der krankmachenden Bakterien nach dem Absetzen des herkömmlichen Antibiotikums. Entsprechend schnell bekommen sie eine chronische Verlaufsform der Paradontitis.

Unser Ansatz ist es, die pathologischen Erreger fernzuhalten, dabei aber die gesunden Bakterien nicht zu beeinflussen. Dementsprechend wird eine bessere Ausheilung der Erkrankung gewährleistet.

Welche Vorteile bietet Ihnen der Standort Weinberg Campus?

Pierre Tangermann: Es ist ein Campus der kurzen Wege. Man hat hier den naturwissenschaftlichen Campus der Universität und die Forschungseinrichtungen gebündelt an einem Ort. Damit haben wir Zugriff auf Experten aller möglichen Disziplinen, die man benötigt, um ein Forschungs- und Entwicklungsunternehmen aufzubauen. Gleichzeitig bietet die vorhandene Infrastruktur perfekte Möglichkeiten für eine Ausgründung.

Mirko Buchholz: Ein gutes Beispiel für die Akquise von Fachpersonal sind Chemiker. Chemiker sind momentan wirklich schwer zu bekommen. Hier haben wir den Vorteil, dass wir das chemische Institut der Universität mit seinen verschiedenen Lehrstühlen direkt in der Nachbarschaft haben. So ist es relativ einfach, entsprechende Absolventen anzusprechen.

Pierre Tangermann: Hinzu kommt, dass wir eine Ausgründung eines Fraunhofer-Institutes sind. Entsprechend können wir hier schon auf einen Pool hochqualifizierter Mitarbeiter zugreifen. Das macht das Ressourcenmanagement wesentlich einfacher.

Was wünschen Sie sich aus Unternehmersicht und aus ganz persönlicher Perspektive für den Weinberg Campus? Welche Visionen haben Sie, wie sollte der Campus in 20 Jahren aussehen?

Dr. Mirko Buchholz: Momentan habe ich das Gefühl, dass die Hallenser noch gar nicht richtig verstanden haben, was sich hier am Standort Weinberg in den letzten zwei Jahrzehnten eigentlich entwickelt hat. Damit meine ich zum einen die emotionale Bindung zwischen den Hallensern und ihrem Weinberg Campus. Die kann auf jeden Fall noch stärker werden. Zum anderen geht es auch um die Verkehrsanbindung aufgrund der vielen Arbeitsplätze und Studierenden in diesem Areal. Wobei, die ist allerdings mit unserem neuen Kreisverkehr jetzt schon wesentlich besser geworden.

In den nächsten 20 Jahren wird der Campus hoffentlich noch weiter wachsen. Dafür müssen entsprechende Flächen und Infrastruktur vorgehalten werden.

Pierre Tangermann: Was ich mir wünschen würde, wären mehr Mobilitäts-Angebote, wie man sie aus anderen Universitäts-Städten kennt: Bikesharing zum Beispiel.

PerioTrap Pharmaceuticals GmbH
Dr. Mirko Buchholz & Pierre Tangermann

Weinbergweg 22
06120 Halle (Saale)

E-Mail: mirko.buchholz@periotrap.com, pierre.tangermann@periotrap.com 

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