Dr. Ulrich Dauer

CEO der Vivoryon Therapeutics N.V.

Ulrich Dauer

Herr Dr. Dauer, können Sie sich und Ihr Unternehmen bitte kurz vorstellen!

Sehr gern. Mein Name ist Ulrich Dauer und ich bin CEO der Vivoryon Therapeutics N.V. Vivoryon ist ein Biotechnologieunternehmen, das sich der Entwicklung innovativer Arzneimittel auf Basis sogenannter niedermolekularer Moleküle (small molecules) verschrieben hat. Die Idee dahinter ist es, bestimmte Veränderungen im Körper, die Krankheiten auslösen können, abzuschwächen oder sogar ganz zu verhindern und damit schwerwiegende Krankheiten wie beispielsweise Alzheimer, zu behandeln. Unser Team kann dabei auf ein fundiertes Fachwissen über derartige Veränderungen aufbauen, die die Aktivität und Stabilität von körpereigenen Proteinen beeinflussen.

Unser Unternehmen wurde 1997 von Hans-Ulrich Demuth und Konrad Glund hier in Halle gegründet und ist seit Oktober 2014 an der Börse EURONEXT in Amsterdam gelistet, damals noch unter dem Namen Probiodrug. Seit 2019 heißen wir Vivoryon. Unser bisher am weitesten entwickelter Wirkstoff Varoglutamstat, befindet sich derzeit in der Phase 2 der klinischen Entwicklung zur Behandlung von Alzheimer. Zusätzlich entwickeln wir Wirkstoffe zur Behandlung verschiedenener weiterer Erkrankungen wie beispielsweise Krebs, Entzündungskrankheiten und Fibrose.

Welchen gesellschaftlichen Impact sehen Sie für Ihrer Produkte?

Weltweit leiden rund 50 Millionen Menschen an Demenz. Alzheimer ist die häufigste Form der Demenz und macht etwa 60 bis 70 Prozent der Fälle aus. Das bedeutet, dass weltweit etwa 30 Millionen Menschen an dieser schlimmen Krankheit leiden und diese Zahl wird sich bis zum Jahr 2050 voraussichtlich verdoppeln. Alzheimer ist nicht für die Patienten selbst eine schwerwiegende Diagnose, sondern auch eine schwere Belastung für ihre Familien, Pflegekräfte und die öffentlichen Gesundheitssysteme weltweit.

Obwohl überall auf der Welt viele neuartige Ansätze auf der Suche nach wirksamen Therapien verfolgt werden, gibt es derzeit kein Heilmittel, und die meisten auf dem Markt befindlichen Medikamente behandeln lediglich die Symptome der Krankheit. Auf Basis vielversprechender erster Ergebnisse aus unserer klinischen Forschung mit Varolgutamstat sind wir überzeugt davon, mit unserem Wirkstoff einen wichtigen Beitrag dazu leisten zu können, das Leben all derer zu verbessern, die unter dieser Krankheit leiden.  

Welche Vorteile bietet Ihnen der Standort Weinberg Campus? Was schätzen Sie am Weinberg Campus?

Ich habe den Weinberg Campus als ein Förderer von Kooperationen kennengelernt. Wir schätzen die enge Verbindung von Unternehmen und forschenden Einrichtungen (Universität, Fraunhofer u. a.) am Weinberg Campus. Zusätzlich ist es für uns ein Vorteil, die maßgeschneiderte Räumlichkeiten nutzen zu können.

Was wünschen Sie sich aus Unternehmersicht für den Weinberg Campus?

Für die Zukunft wünsche ich dem Weinberg Campus, dass er auch weiterhin Neugründungen fördert und damit einen wichtigen Beitrag zur Innovation in Deutschand leistet. Er bietet hierfür optimale Voraussetzungen, mit der vorhandenen Infrastruktur und der bereitgestellten Beratung sowie entsprechenden Programmen.

Fällt Ihnen eine Begebenheit ein, die Sie mit dem Weinberg Campus verbinden?

Neben persönlichen Erinnerungen an den Weinberg Campus zählt für mich vor allem, dass Vivoryon an diesem Ort seine Anfänge hatte. Der Campus bietet optimale Voraussetzungen für Neugründungen und hat exzellente Programme, die bei der Gründung sowie beim weiteren Ausbau eines Biotech-Unternehmens helfen. Durch enge Kooperationsmöglichkeiten hat der Weinberg Campus Vivoryons Fortschritte unterstützt und wird deswegen für mich immer eine besondere Bedeutung haben.

(Das Interview wurde im August 2021 geführt.)

Vivoryon Therapeutics N.V.
Weinbergweg 22
06120 Halle (Saale)

Telefon: +49 (0) 345 55 59 90 0
E-Mail: contact@vivoryon.com
Internet: www.vivoryon.com

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