Gründungsteam TrypCo im Accelerator

Startups perfekt auf den Markt vorbereitet

Weinberg Campus Accelerator beendet erste Klas­se. Zweite Accelerator-Klasse startet im Januar. Be­werbungen noch bis 6. Dezember möglich.

Der erste Durchgang des Weinberg Campus Accele­rators ist Geschichte. Seit Juli 2020 wurden Gründer­teams und junge Unternehmen im Rahmen eines von der Europäischen Union und des Landes Sachsen-An­halt geförderten Projektes mit Hilfe von Branchenex­perten für den Einstieg in den Life-Science-Markt vor­bereitet. In der vergangenen Woche verabschiedeten sich die Gründerteams mit ihren Abschlusspräsenta­tionen (Pitches) aus der ersten Accelerator-Klasse.

In den letzten vier Monaten wurde unter anderem an Geschäftsmodellen, Marketingstrategien, Finan­zierungsoptionen und Zertifizierungen gefeilt. Ge­coacht wurden die Teilnehmer von den Experten Dr. Merle Fuchs, Carsten Grieme, Daniel Worch und Dr. Holger Anhalt. Dazu gab es noch eine Portion Wissen zu klinischen Studien und Internationalisierung sowie Selbstreflexion der Verhandlungs- und Führungsqua­litäten. In digitaler Runde präsentierten fünf Teams ihre Pläne vor einer hochrangigen Jury.

Fünf internationale Teams prä­sentierten Pläne

Den Anfang machte das Team TrypCo (Martin-Lu­ther-Universität Halle-Wittenberg), das seine neu­artigen Biopharmazeutika für die Krebsbehandlung in anschaulicher Form präsentierte. Die TrypCo-Tech­nologie erlaubt die positionsspezifische Verbindung von Proteinen mit kleinen Molekülen. Eines der Anti­körper-Wirkstoff-Konjugate möchte das Team bis in präklinische Studien vorantreiben.

„Die Auswahl der Experten und die Beratung durch die erfahrenen Coaches zu den diversen Themenge­bieten sind das, was für uns den Weinberg Campus Accelerator ausmacht. Durch die Teilnahme am Pro­gramm, können wir kostbare Zeit sparen, diese Be­rater selbst ausfindig zu machen und zu konsultieren und haben so die Möglichkeit, uns konzentriert mit unseren Herausforderungen und Problemstellungen zu beschäftigen“, so René Wartner vom Gründungs­team TrypCo.

Am Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werk­stoffen und Systemen IMWS wurde intensiv das Strukturprotein Elastin untersucht, das zur Elastizität von Haut und Organen beiträgt. Die neuartigen elas­tinbasierten Wundauflagen des Gründungsprojekts matriheal sollen die Heilung von Wunden verbes­sern. Ziel des Teams ist eine Unternehmensgründung im Frühjahr 2021.

Als nächstes präsentierte Agrovac Biotech seine Idee, wie die Herstellung von therapeutischen Pro­teinen auf Pflanzenbasis revolutioniert werden soll. Mögliche Anwendungsgebiete wären In-vitro-Diag­nostika oder Impfungen. Das Team aus Indien möch­te sich perspektivisch am Technologiepark Weinberg Campus mit seiner Firma ansiedeln.

Das Gründungsprojekt MEDWARE PLUS ist eine Aus­gründung des halleschen App-Entwicklers Mirko Kis­ser. Seine App soll die Nachsorge von Patienten mit einem Kunstherzen (VAD) engmaschiger machen und Komplikationen frühzeitiger erkennen. Die App soll als Medizinprodukt Anfang des kommenden Jahres an den Markt gehen.

Die EastCyte Biosciences GmbH züchtet dreidimen­sionale Organstrukturen für die Forschung. Der aus Halle (Saale) stammende Firmengründer Dr. Thomas Neumann ist Geschäftsführer von Nortis Bio in Seat­tle (USA), einem der führenden amerikanischen Un­ternehmen auf dem Gebiet der Organ-on-Chip Tech­nologie. EastCyte Biosciences soll eine Schlüsselrolle bei der Etablierung der Chips auf dem europäischen Markt übernehmen. Der Weinberg Campus als Wis­senschaftsstandort in Mitteldeutschland und seine Nähe zum Luftfrachtdrehkreuz am Flughafen Halle- Leipzig bieten dafür beste Voraussetzungen.

„Der Weinberg Campus Startup-Accelerator stellt ein tolles Programm für Pre-Seed- und Seed-Startups aus den Life Sciences und der Medizintechnik dar. Das In­tensivprogramm mit Workshops, Coachings und Prä­sentationsrunden, die den hohen technologischen, strategischen und finanziellen Anforderungen in diesen Branchen Rechnung tragen, hat jedes einzel­ne Gründungsteam innerhalb von vier Monaten ge­waltig dabei unterstützt, sich noch stärker als bisher auf die eigenen Ziele und Erfolgsfaktoren zu fokus­sieren, Schlüsselprozesse zu professionalisieren und noch überzeugender aufzutreten.“, resümiert Coach Dr. Merle Fuchs den ersten Durchgang des Weinberg Campus Accelerators.

Bewerbung bis 6. Dezember 2020

Der Accelerator startet im Januar in den zweiten Durchgang. Bis zum 06. Dezember 2020 können sich Startups oder Gründungsprojekte aus den Bereichen Bioeconomy, New Materials und Greentech sowie Schnittstellentechnologien per E-Mail an accelerator@weinberg-campus.de bewerben.

 

Bild: Gründungsteam TrypCo im Weinberg Campus Accelerator, v. l. n. r. Ricardo J. Azuero, Andreas Simon, Marcus Böhme und René Wartner

Foto: Michael Deutsch

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